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06Feb

03. März: Informationsveranstaltung Geothermie

Wie auf der Eingangsveranstaltung mit Walter Astheimer bereits versprochen haben wir uns bemüht eine weiterführende Informationsveranstaltung mit dem ÜWG zu organisieren. Dazu möchten wir alle interessierten Bürgerinnen und Bürger Nauheims einladen:

Einladung Geothermie_01

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21Jan

Bericht von der ö.F. – Thema Geothermie

Wie berichtet haben wir in unserer öffentlichen Fraktionssitzung kurzfristig Walter Astheimer von den Riedwerken zu Gast gehabt. Walter Astheimer hat uns in groben Zügen einen Überblick über das Thema Geothermie gegeben und die Pläne des Überlandwerkes Groß-Gerau (ÜWG) zum Bau eines Geothermie Kraftwerkes grob umrissen und das Thema Geothermie als ganzes vorgestellt.

Durch die Veranstaltung wurde vor allem auch deutlich, dass es innerhalb der Nauheimer Bevölkerung durchaus starke Vorbehalte und Bedenken gegen das Vorhaben gibt. Anwesende Bürger machten vor allem auf Risiken aufmerksam, die durch solch ein Projekt entstehen können.  Michael Wagner-Straub hat den Ansatz vorgebracht, der von den Grünen mitgetragen wird, dass den Bürgern schon geholfen werden könnte, wenn die Beweislast im Schadensfall umgekehrt würde (Verursacherprinzip auf Basis, dass zunächst angenommen wird, dass die Bohrung der Schadensauslöser ist). Ein weiterer Diskussionspunkt ist aber auch die Tatsache, dass eine Schädigung die durch Geothermie entsteht “weitestgehend” unmittelbar ist (durch seismische Aktivitäten etc). Man den Schaden also uns als Gesellschaft zuführt. Schäden, die durch fossile oder atomare Energiegewinnung erzeugt werden, haben lange und schwerwiegende Auswirkungen auf die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Hierzu wollen wir zeitnah auch noch einen Schadensvergleich (möglicher Schaden Atomkraft mit Risikoanalyse und Haftungsfolgen gegenübergestellt einem Schadensfall in einem Geothermiekraftwerk) aufstellen und dies hier gegenüberstellen.

Zu bedenken wäre auch, dass ein Kraftwerksbau auf der Gemarkungsgrenze von Nauheim durch eine Nachbarkommune ebenfalls Auswirkungen auf Nauheim haben kann. Die positiven Aspekte (Nutzung regenerativer Energie [Zertifikathandel]; Gewerbesteuereinnahmen) blieben der Gemeinde dann aber verschlossen.

Walter Astheimer konnte verständlicherweise nicht alle Fragen zu dem aktuellen Projekt geben. Dies wollen wir aber in einer Folgeveranstaltung mit dem ÜWG nachholen und dann durch längerfristige Ankündigung auch allen anderen Bürgern ermöglichen. Wir befinden uns aus diesem Grund bereits in Kontakt mit dem ÜWG und werden einen entsprechenden Termin in Kürze bekannt geben. Das ÜWG hat bereits zugesagt, dass man bereit ist sich auch kritischen Fragen zu stellen und möglichst offen informieren und kommunizieren möchte.

Um dennoch einen Überblick zu geben, was in den kommenden Jahren im Kreis beim Thema erneuerbare Energien geschieht, bzw. geschehen soll, hat Walter Astheimer weiterhin einen Überblick gegeben, wie bis zum Jahr 2020 das Ziel 30% des Stroms durch regenerative Energien zu gewinnen erreicht werden kann. Dazu wären z.B. folgende Maßnahmen notwendig:

Biomasse – 5 x 0,5 MW (Megawatt) –> dabei handelt es sich um Projekte wie z.B. das Biomasse-Kraftwerk in Wallerstädten. Es ist festzuhalten, dass mit 5 solcher Kraftwerke die gesammte Biomasse des Kreises aufgebraucht wäre.

Photovoltaik – 10% Wachstum pro Jahr –> ein ergeiziges Ziel, wobei hierbei auch noch Effekte der Effizienzsteigerung eine Rolle spielen könnten. Derzeit erreichen Solarmodule eine Effizienz von max. 24%.

Tiefengeometrie – 7 Anlagen mit einer Nennleistung von je 3,5 MW. –> dabei handelt es sich um Anlagen, die ähnlich zum aktuellen Projekt überall im Kreis entstehen würden.

Wind – 12 Anlagen mit je 2,5 MW

Zum heutigen Zeitpunkt werden im Kreis Groß-Gerau nur 1% Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien gewonnen. Ein großer Teil hiervon in Wallerstädten. Das Gesamt-Ziel bis 2020 kummuliert (Wärme und Strom) soll 20% betragen.

Wir bedanken uns für das rege Interesse der anwesenden Bürger und auch von Wolfgang Glotzbach (SPD; 1. Beigeordneter der Gemeinde) und Claus Däwes (FLN), die ebenfalls an der Sitzung teilgenommen habe. Leider konnten wir das Energiekostengerät unseres Gewinnspiels nicht an Stefan Krug übergeben, da er kurzfristig absagen musste. Wir werden dies in einer der nächsten Sitzungen nachholen.

Weiterführende Pressemeldungen:

- Standortfrage ist der Knackpunkt [Echo-Online]

- Geothermie: Grüne wünschen Umkehr der Beweislast [Nauheim-Online]

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15Jan

Einladung zur öffentlichen Fraktionssitzung

Aus aktuellem Anlaß haben wir unsere Fraktionssitzung am nächsten Dienstag, 19. Januar, 20:00h, in den Hessischen Hof verlegt.

Schwerpunktmäßig wollen wir uns mit dem Thema Geothermie befassen.
Zu diesem Thema haben wir auch Walter Astheimer, Vorstand Riedwerke “Energie” eingeladen.

Die Sitzung ist öffentlich.

Wie bereits der Presse zu entnehmen war, ist das Thema Geothermie zur Zeit im Kreis Groß-Gerau und speziell auch in Nauheim hochaktuell.

Wir wollen uns an diesem Abend möglichst unvoreingenommen dieser Thematik widmen und die Chancen und Risiken dieser Technologie analysieren.

Ein weiteres Thema wird die Übergabe des Energiekostenmessgerät aus unserem Preisauschreiben “Nauheim sucht den Superstar” sein.

Auf Fragen der Bürger werden wir ebenfalls gerne eingehen.

Alle Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen.

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14Jan

Wird Nauheim zum Geothermie-Standort?

Wie diversen Pressemeldungen, unter anderem bei Echo-Online oder auch beim Bundesverband Geothermie e.V., und auch einem Bericht in der Tagesschau am Dienstag zu entnehmen war und ist rückt im Kreis Groß-Gerau die Geothermie in den Fokus des öffentlichen Interesses. Das Überlandwerk Groß-Gerau (ÜWG) plant bereits seit 2008 die Errichtung eines Geothermie-Kraftwerks in einem 340 km² großen Erlaubnisfeld (zwischen Wiesbaden, Mörfelden-Waldorf und Darmstadt). Innerhalb dieses Erlaubnisfeldes befindet sich auch die Gemeinde Nauheim und zählt somit zu möglichen Standorten für dieses Projekt. Im Frühjahr 2010 wird die ÜWG innerhalb des Erlaubnisgebiets seismische Untersuchungen starten und mögliche Standorte erkunden.

Wir möchten versuchen die konkreten Auswirkungen dieses Vorstoßes hier ideologiefrei zusammenzufassen. D.h. wir werden versuchen, sowohl positive, als auch negative Aspekte hier darzustellen. Vielen Bürgerinnen und Bürgern Nauheims ist sicherlich eines der unrühmlichen Beispiele “gescheiterter” Geothermie-Projekte im südbadischen Staufen oder auch vor dem hessischen Finanzamt in Wiesbaden in Erinnerung. Bei beiden Beispielen ist aber festzuhalten, dass es sich um bodennahe Geothermie handelt, die in eine Tiefe von ca. 140 m reicht. Beim Kraftwerksprojekt der ÜWG handelt es sich im Gegensatz hierzu um eine “Tiefbohrung” mit einer Tiefe von 3.000 m. Es soll hier versucht werden Hintergründe zu dem Projekt der ÜWG zu sammeln und alle Interessierten konkrete Informationen hierzu an die Hand zu geben.

Wir haben hierzu einen Fragenkatalog zusammengestellt, denn wir nach und nach auch noch erweitern wollen:

Hat die Gemeinde Nauheim Interesse an einem Geothermie-Kraftwerk?

  • Unseres Wissens gibt bisher es keine offizielle Bekundung seitens der Gemeinde oder des Gemeindevorstandes einen Geothermie-Standort in Nauheim haben zu wollen. Es ist allerdings bekannt, dass Einzelpersonen der Geothermie durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen. Genauso gibt es allerdings auch Mitglieder, die die Geothermie eher negativ sehen.
  • Bei einem Projektvolumen von 35 Mio.-€ dürfte seitens der Gemeinde allerdings durchaus ein finanzielles Interesse bestehen Standort für solch ein Projekt zu sein.

Drohen in der Gemeinde Schäden durch die Voruntersuchungen?

  • Aus heutiger Sicht: Nein. Zumindest keine größeren Schäden, die ähnliche Schadensbilder hervorrufen, wie in z.B. Staufen oder Wiesbaden zu sehen. Die Untersuchungen, die jetzt kommen, werden mit dem vibro-seismischen Verfahren durchgeführt. Hierbei erzeugen Spezial-LKWs entlang der Erkundungsstrecke seismische Schwingungen und messen deren Reflexion. Die Messergebnisse werden hinterher zu einem 2D- und 3D-Bild des Untergrunds umgesetzt und sollen Auskunft über potentielle Standorte geben. Bei diesen Messungen kann es einerseits zu einer kurzfristigen Lärmbelästigung durch die Vibrationserzeuger, als auch zu kleineren Schäden an Straßen und Umgebung geben. Diese werden nach Auskunft von ÜWG jedoch unmittelbar nach der Messung beseitigt. Der Gemeindevorstand hat in jedem Fall in einer Stellungnahme an das Regierungspräsidium vorgeschlagen den Zustand der Straßen und Umgebung entlang des Messweges vorab zu dokumentieren um feststellen zu können, welche Schäden durch die Messungen entstanden sind. Weiterhin soll die Messung nur im Zeitraum von 6h bis 22h stattfinden und bis 15. März abgeschlossen sein. [Quelle: Echo-Online]
  • Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Bohrungsaktivitäten – weder Bodennah, noch in die Tiefe.

Warum ist das Erlaubnisfeld so “ideal”?

  • Aus geologischer Sicht ist der Obere Rheingraben auf Grund seiner geologischen Formation im Untergrund (ca. 3000 m) für die Nutzung von Thermalwasser bestens geeignet. Wir werden versuchen hierzu genauere Informationen zu sammeln und auch mögliche Risikofaktoren darzustellen.

Wie wird die Geothermie aus dem Kraftwerk genutzt?

  • 1/3 der Wärme wird zur Stromerzeugung genutzt. 2/3 zur Wärmeerzeugung. Hierfür müssen in jedem Fall auch Abnehmer gefunden werden, damit sich das Kraftwerk lohnt.

Wie lauten die konkreten Projektdaten?

  • Größe des Erlaubnisfeldes: 338,5 km2.
  • Planung: Errichtung einer Erdwärmeanlage zur grundlastfähigen Stromerzeugung und Wärmegewinnung.
  • Leistungsdaten: 3 MW elektrisch und 6 MW thermisch
  • Verwendung Strom: Einspeisung in öffentliches Netz
  • Verwendung Wärme: Einspeisung in Nahwärmenetz zur Versorgung von Industriebetrieben, Kühl- und Rechenzentren und Neubaugebieten
  • Strommenge: ausreichend für 7.200 Haushalte mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 3.500 kWh pro Jahr
  • CO2-Einsparung ca. 10.000 t/a CO2 (im Vergleich zu Braunkohle)
  • Invest: ca. 35 Mio. Euro - einen planmäßigen Projektverlauf vorausgesetzt
  • Inbetriebnahme der Anlage: 2013

Gibt es eine Projektseite für die Errichtung des Kraftwerks?

  • Ja, die ÜWG haben auf Ihrer Homepage einen speziellen Bereich zur Geothermie eingerichtet, auf dem auch das konkrete Projekt beschrieben wird. Die Seite ist über diesen Link zu erreichen: http://www.uewg.de/geothermie.html

Weiterführende Links zu diesem Thema:

Geothermie auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie

Bundesverband Geothermie e.V.: http://www.geothermie.de/

Überlandwerk Groß-Gerau: http://www.uewg.de


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